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Erfahrungsbericht HU (September 2021)
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PG2001



Anmeldungsdatum: 26.12.2019
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: So Sep 12, 2021 3:22 pm    Titel: Erfahrungsbericht HU (September 2021) Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
Ehrlich gesagt muss ich zugeben, dass ich hier im Forum nicht besonders viel schreibe, aber weil mir die Erfahrungsberichte von anderen so viel gebracht haben, möchte ich auch wenigstens ein bisschen was zurück geben und meine Erfahrungen zur HU mit euch teilen froehlich001 Hier auch direkt ein kleiner Spoiler: Das sind alles meine subjektiven Erfahrungen, es kann natürlich sein, dass ihr die HU ganz anders aufnehmt…

Day 0:
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie aufgeregt ich war, als endlich der Zug nach Hamburg ging. Es wäre natürlich zu einfach gewesen, wenn alles gut geklappt hätte, deshalb musste natürlich mein Zug ausfallen und der nächste Zug komplett überfüllt sein. Nichts desto trotz bin ich gut am Montag Nachmittag in Hamburg angekommen und habe den Tag in der Innenstadt verbracht, bis ich dann frühzeitig zurück ins Hotel ging um genug Schlaf zu bekommen (direkt der nächste Spoiler: hat leider nicht funktioniert). Um noch kurz etwas zu meiner Vorbereitung zu sagen, meiner Meinung nach konnte man sich nicht besonders auf die Tage vorbereiten. Was ich euch doch ans Herz legen würde ist, dass ihr euch gut über die DFS informiert, wie die Ausbildung abläuft und grob wie ein Fluglotse arbeitet. Serien und Filme auf Englisch zu schauen ist bestimmt auch ein Vorteil für die Englisch-Prüfung. Ansonsten, seid einfach ihr selber und seid ehrlich, dann wird das klappen wenn ihr reinpasst froehlich001

Day 1:
Und schon ist der erste Tag gekommen. Gefrühstückt wurde um 6:45 Uhr (wobei ich eher an meinem Orangensaft genippt habe) und dann ging es auch schon los mit dem Bus zum DLR. Insgesamt waren wir 7 Bewerber*innen. In den Warteraum wurden wir relativ pünktlich gelassen, bis dann die Auswahlkommission kam, dauerte es ein wenig. Jedenfalls stellten sich dann 2 Psycholog*innen und 3 Fluglots*innen vor und erklärten uns den Ablauf der Tage. Los ging es direkt für 3 andere Bewerber*innen und mich zum Flugstreifentest. Die anderen 3 wurden zur Einweisung zum Straßenbeladungstest mitgenommen.

Der Flugstreifentest:
Als wir in den Raum kamen, sahen wir auf einem runden Tisch schon unsere Namenskarten, die Instruktionen und Umschläge. Als erstes sollten wir uns die ca. 4-Seitige Instruktion durchlesen. Sie ist nicht besonders schwierig zu verstehen und wir hatten auch definitiv genug Zeit und konnten bei Bedarf direkt Fragen stellen. Als wir alle fertig waren, kamen 4 Personen der Auswahlkommission und jeder setzte sich hinter einen von uns (keine Sorge, sie sitzen nicht so, dass sie direkt in eurem Blickfeld sind, somit konnte ich sie während dem Test ziemlich gut ausblenden). Und schon geht es los: Jeder hat ca. 10 Flugstreifen und zusammen mit deinen Kolleg*innen musst du Kurz- und Langstreckenflüge zusammenlegen, wobei auf jedem Flugstreifen eine bzw. mehrere Informationen fehlen. Zwischendrin kommen 4 Zwischenfragen, wobei jeder eine Frage „leiten“ muss, also die Person soll schauen, dass die Gruppe schnell zu einem Ergebnis kommt. Wir sind leider nicht ganz fertig geworden, aber wir hatten eine super Kommunikation und haben die Zwischenaufgaben gut und zügig bearbeitet. Also ihr seht schon: es kommt hier nicht unbedingt auf das Ziel an (ist natürlich sehr gut wenn ihr fertig werdet), es geht eher um den Weg wie ihr dort hin kommt und vor allem wie ihr in einer Gruppe handelt.
Meine Tipps:
-Seid auf keinen Fall zu passiv, die Auswahlkommission muss euch bewerten und das kann sie nur tun, wenn ihr euch auch zeigt und aktiv an der Lösung mitarbeitet
-Seid aber auch nicht zu dominant, also fallt den anderen nicht immer ins Wort, kümmert euch nicht nur um eure eigenen Flugstreifen und geht auf die anderen ein
-Bezieht jeden am Tisch ein, wenn ihr zB einen Flug zusammenlegen wollt, fragt aktiv in eure Gruppe nach was ihr sucht und erklärt euren Gedankengang
-Wenn mal ein von euch zusammengelegter Flug nicht ganz passt, macht euch eure Gruppe darauf aufmerksam (oder ihr seht es selber) und dann einfach einsehen, korrigieren und weitermachen

Für den Test habt ihr insgesamt 30 min Zeit und nach der Zeit verlasst ihr dann den Raum und kehrt zurück in den Warteraum. Dort angekommen ging wieder das große Warten los, bis dann die anderen vom Straßenbeladungstest kommen. Anschließend war ich mit der Instruktion dran und es folgen 2 Solodurchgänge und später dann 5 Gruppendurchgänge.

Der Straßenbeladungstest:
Die Instruktion ist meiner Meinung nach komplizierter, als die des Flugstreifentests, aber auch verständlich. Wieder habt ihr genug Zeit Fragen zu stellen und anschließend folgen schon die zwei Solodurchgänge. Diese Durchgänge liefen bei mir alles andere als gut. Ihr habt 4 Straßen, die ihr beladen müsst mit verschiedenen Gewichten. Von jedem Gewicht habt ihr eine gewisse Anzahl und jedes Gewicht gibt auch eine bestimmte Punktzahl. Grob gesagt ist das Ziel des Tests, eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen und jedes Gewicht mindestens ein Mal zu benutzen. Am Anfang gibt es immer eine Sondermeldung, zB. dass Straße 3 nur zu 25% belastbar ist, die müsst ihr euch unbedingt einprägen! Ich hatte im ersten Durchgang einige Überlastungssituationen, weil ich mir die Sondermeldung nicht eingeprägt hatte. Der zweite Durchgang lief ein wenig besser, aber auch nicht besonders toll. Ich hatte beides Mal so um die 100 Punkte, während andere bei über 170 Punkten waren. Da hatte ich schon gedacht, dass das mein Ausschlusskriterium wird, weil ich selber auch total unzufrieden mit meiner Leistung war. Aber bei sowas ist es wichtig, dass ihr euch nicht aufgebt und dann im nächsten Test wieder 110% gebt. Anschließend musste ich ca. 30 min warten bis zu den Gruppentests. Diese waren meine einzige Hoffnung und ich hab versucht alles in diese 5 Durchgänge zu packen. Bei den Gruppendurchgängen ist es so, dass euer Partner an einem anderen Bildschirm sitzt, aber genau die gleichen Straßen sieht wie du. Der einzige Unterschied ist, dass er andere Gewichte hat und andere Sondermeldungen, die ihr unbedingt austauschen müsst. Eine Besonderheit ist hier auch, dass es Rollenzuteilungen gibt. Mal war ich der „Chef“ und mal mein Partner. Haltet diese Rollen unbedingt ein! Die erste Runde war wieder durchwachsen bei uns, aber wir haben uns stetig verbessert, bis wir in der letzten Runde über 200 Punkte hatten froehlich001 Die Zeit ist nicht zu knapp bemessen, aber auch nicht besonders großzügig (insgesamt 4 Minuten und ihr seht es dann, wenn ihr noch 2min Zeit habt).
Meine Tipps:
-Haltet eure Kommunikation unbedingt so kurz wie möglich, meine war öfter zu lang, was mir auch direkt selber aufgefallen ist
-Wenn ihr sprecht ist der andere ausgeblockt und andersherum, deshalb wieder: kurz nur die wichtigen Mitteilungen austauschen
-Vergesst nicht das Rufzeichen nachdem ihr gesprochen habt
-Achtet bei der Eingabe in welchem Feld ihr euch befindet (ich habe mal die Straßen verwechselt, sodass ich eine schon fertige Straße überlastet habe)
-Merkt euch, wie viel ihr von den einzelnen Gewichten habt, denn ihr müsst von jedem Gewicht unbedingt eins benutzen, sonst gibt es einen Punktabzug

Nachdem alle fertig waren, wurden wir gegen 13 Uhr in die Mittagspause entlassen und sind zusammen in die Innenstadt gefahren. Um 16 Uhr sollten wir wieder beim DLR sein, somit hatten wir genug Zeit Mittag zu essen und ein wenig die tolle Sonne zu genießen.
Um 16 Uhr waren wir wieder pünktlich im Warteraum, bis die Auswahlkommission kam, dauerte es wiederum nochmal 30 Minuten. Ohne uns lange auf die Folter zu spannen, wurde mitgeteilt, wer die Tests geschafft hat und wann diejenigen dann den Englisch-Test und das Interview haben. Denen, die es nicht geschafft haben, wurde ausführlich erklärt, woran es gelegen hat und auch die Testergebnisse der Voruntersuchung wurden mitgeteilt. Ich konnte mein Glück kaum fassen, dass ich es geschafft hatte, da mein Gefühl nicht so besonders toll war, aber hier sehr ihr, dass kleinere Fehler noch im Rahmen sind, solange ihr euch davon nicht runterziehen lasst und weiterhin eine gute Team-Kommunikation habt.
Ganz erschöpft sind wir dann wieder zurück ins Hotel gefahren und ich habe mich wieder zeitig ins Bett gelegt, da mein Interview schon am nächsten Tag um 8 Uhr anstand.

Day 2:
Und wieder das gleiche Prozedere: Gefrühstückt wurde um 6:45 Uhr und um 8 Uhr saß ich mit 2 weiteren Bewerber*innen auf dem Sofa im DLR. Relativ schnell ging es schon zur Englisch-Prüfung, welche in einem anderen Teil des Gebäudes stattfindet.

Englisch-Prüfung:
Ihr bekommt einen ca ¾ Seiten langen Text auf Englisch und ein Englisch-Englisch-Wörterbuch (bei uns war es ein Kindle und das Touchpad war etwa so gut wie ich in Latein – nämlich total schlecht). Die Zeit reicht gut zum vorbereiten des Texts, anschließend werdet ihr abgeholt und in den Interview-Raum geführt, wo die 3 Fluglots*innen vor euch sitzen. Als erstes müsst ihr den Text vorlesen und dann in eigenen Worten wiedergeben. Der Text war eine Geschichte und überhaupt nicht schwer, man konnte ihn sehr gut nacherzählen. Bei mir gab es danach keine Rückfragen mehr, lediglich was ich von der Geschichte halte. Anschließend könnt ihr zwischen 4 Bildern auswählen, ich hätte ein anderes nehmen sollen, aber habe dann versucht über mein Bild so viel wie möglich zu erzählen, auch wenn es nicht das ideale Thema für mich war. Im Laufe der Zeit entwickelt man dann ein Gespräch und es werden Fragen gestellt, diese sind nicht schwer zu beantworten und das Gespräch ist auch schnell wieder vorbei. Ich hatte ein gutes Gefühl nach der Prüfung, auch wenn es nicht das ideale Thema war, geht es der Kommission eher darum, wie du flüssig sprechen kannst und dass du einen gewissen Wortschatz hat. Vielleicht zur Info: Ich hatte Englisch bis zum Abi und war danach für mehrere Monate im Ausland zum Englisch lernen. Trotzdem denke ich, dass man den Englisch-Test auf jeden Fall gut bestehen kann, wenn man Englisch bis zum Abitur hatte und danach nochmal ein paar Filme oder Serien auf Englisch schaut.

Ziemlich zügig danach bekamen wir auch schon die tolle Nachricht, dass wir alle 3 die Englisch-Prüfung bestanden hatten und uns wurden unsere Interview-Zeiten mitgeteilt. Mein Interview fand erst 3 Stunden später statt, weshalb ich noch einen kleinen Spaziergang mit einer anderen Bewerberin machte um mich ein wenig abzulenken.

Das Interview:
Und schon stand die letzte große Hürde an. Im Voraus habe ich mir hier über das Portal viele Erfahrungsberichte durchgelesen und wusste ehrlich gesagt nicht viel mit dem Tipp, man solle einfach man selber bleiben, dann wird es schon gut gehen, nicht viel anzufangen. Ich wollte mich natürlich optimal vorbereiten und meine einzige Chance nicht vermasseln, weshalb ich immer noch nach einem weiteren Tipp geschaut habe. Aber jetzt im Nachhinein kann ich diesen Tipp wirklich nur bestätigen: Bleibt ihr selber und bleibt vor allem auch ehrlich und reflektiert! Ich hatte überhaupt nicht das Gefühl gehabt, von der Auswahlkommission auf Glatteis geführt zu werden, sondern es war ein normales Gespräch auf Augenhöhe und ich habe gemerkt, dass das einzige Ziel von ihnen ist, meine Person näher kennenzulernen.
Aber jetzt nochmal von vorne: Ich wurde (mehr oder weniger pünktlich froehlich001) von einem Fluglotsen abgeholt und in den Raum der Auswahlkommission gebracht. Ein Fluglotse hat dann mit mir über die DFS (was ein Fluglotse so macht, Unterschied zwischen Center und Tower, das Unternehmen an sich) und meine Motivation gesprochen. Wenn ihr euch davor gut darüber informiert, ist es überhaupt kein Problem die Fragen zu beantworten. Anschließend habe ich mit einer Psychologin über meine Biographie und besonders über die handschriftlich beantworteten Fragen gesprochen. Und hier ist der Tipp dann besonders wichtig! Sie wollen euch nur besser kennenlernen, deshalb müsst ihr einfach ehrlich bleiben und auch offen zugeben, wenn mal etwas nicht so gut gelaufen ist und auch überlegen, wie man es das nächste Mal besser machen könnte. Wie gesagt war ich am Anfang ziemlich nervös, aber das hat sich direkt mit dem Beginn des Gespräches wieder gelegt. Am Schluss bekommt man noch 3 Knobelaufgaben, die man mit der Hilfe eines Mitglieds der Auswahlkommission bearbeitet. Ich habe 2 von 3 gelöst bekommen, weil ich die Hilfestellungen angenommen habe. Hier ist es wichtig, laut zu denken und alle seine Gedankengänge zu erklären, dann klappt das auch gut.
Und schon war das Interview vorbei und ich musste in einem Nebenraum warten. Im Forum habe ich teilweise von Wartezeiten über einer halben Stunde gelesen und als ich dann nach ca. 5 -10 Minuten schon wieder in den Raum geholt wurde, hatte ich mich schon fast von meinem Traum verabschiedet. Positiv wurde ich dann überrascht, als mir dann kurz und schmerzlos gesagt wurde, dass sie mir gerne einen Ausbildungsvertrag anbieten würden  Mein Glück konnte ich in dem Moment kaum fassen und bin den ganzen Tag (jetzt übrigens immer noch) mit einem dicken Grinsen durch die Gegend gelaufen. Anschließend werden noch die Testergebnisse durchgegangen und ein paar Formalien geklärt.
Wann meine Ausbildung genau anfängt, wird mir in den nächsten Wochen gesagt und auch wann mein Termin zum Medical ansteht.
Ein bisschen erschöpft von den letzten Tagen, aber überglücklich habe ich dann die Heimreise angetreten und dann war das Abenteuer der HU auch schon vorüber.

Ich hoffe, dass dem einen oder anderen dieser Erfahrungsbericht vielleicht ein bisschen geholfen hat, oder wenigstens ein wenig die Nervosität nimmt. Wenn ihr noch irgendwelche Fragen habt, dann schreibt mir einfach froehlich001

Hier noch die Statistiken:
Tag 1: Angetreten 7 (4m, 3w) -> 5/7 (2m, 3w)

Tag 2: Englisch 3/3
Interview 2/3 (1m, 1w)

Tag 2: Englisch 2/2
Interview 0/2

Insgesamt also 2/7 (1m, 1w) geschafft!
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Panda



Anmeldungsdatum: 16.07.2021
Beiträge: 2
Wohnort: Augsburg, Bayern

BeitragVerfasst am: Do Okt 21, 2021 7:51 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hi PG2001,

Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht thumbs up und herzlichen Glückwunsch. Es hat mir echt Spaß gemacht deinen Bericht zu lesen und ich bin mir sicher, dass es mir die Nervösität nehmen wird. Leider muss ich noch 1,5-2 Jahre warten bis ich mich bewerben darf lol

Ich wünsche dir alles Gute für deine Zukunft.

Liebe Grüße aus Bayern und bleib gesund!
Panda
_________________
VU: ??.?? - ??.??.2023 (Voraussichtlich 2023) grins
HU: ??.?? - ??.??.????
Medical: ??.??.????
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